ABIT GmbH

ABIT Insurance Distribution Directive

ABIT Insurance Distribution Directive

Neue Richtlinien für Versicherungen ab Februar 2018

Insurance Distribution Directive (IDD): Neue Herausforderungen für Versicherungen ab Februar 2018

Mit der „Insurance Distribution Directive“ (IDD), vormals bekannt als „IMD2“, sind ab dem 23. Februar 2018 neue regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Anders als der Name der Richtlinie vielleicht vermuten lässt, ist davon allerdings nicht nur der Vertrieb betroffen: die Auswirkungen betreffen Prozesse, die Organisation und auch die Systemlandschaft der IT. Um nicht in Zeitdruck zu geraten, sollten sich die Versicherer daher sehr zeitnah mit den notwendigen Anpassungen beschäftigen, auch wenn die Umsetzung in deutsches Recht noch aussteht.

Von IMD zu IDD

Die IDD wird die über 15 Jahren alte „Insurance Mediation Directive“ (IMD) ersetzen. Das Europäische Parlament sowie der Europäische Rat haben die IDD bereits unterzeichnet, die Richtlinie trat am 23. Februar 2016 in Kraft und ist von den Mitgliedstaaten innerhalb von 24 Monaten, also bis zum 23. Februar 2018, in nationales Recht umzusetzen. Im Unterschied zur IMD ist von der IDD der komplette Versicherungsvertrieb betroffen, also nicht nur Versicherungsvertreter, -makler und -vermittler, sondern auch der Direktvertrieb durch Versicherungsunternehmen, Vergleichsportale, Allfinanzunternehmen sowie – in abgeschwächter Form – auch Unternehmen, die Versicherungen nicht als Kerngeschäft betreiben (z. B. Reisebüros). Alle diese Unternehmen werden in der Richtlinie als „Vertreiber“ bezeichnet.

Transparenzpflicht am Point of Sale

Die größten Auswirkungen auf Prozesse und IT dürften die neuen Anforderungen an die Information des Kunden am Point of Sale haben. So ist der Kunde „bezüglich des Betrags der Vergütung, Gebühren, Provisionen oder nicht monetärer Vorteile in Bezug auf die Erbringung von Vermittlungsleistungen“ zu informieren. Das bedeutet, dass schon vor Vertragsschluss über sämtliche Vergütungen, d. h. auch über Boni, zu informieren ist. Dies hat enorme Auswirkungen auf die IT-Systeme, da diese Daten derzeit bei Vertragsabschluss i. d. R. nicht vorliegen, da sie von der Erreichung von Zielvorgaben abhängen.

Auch fordert die Richtlinie, dass es keine Anreize für den Vertrieb geben darf, ein Versicherungsprodukt zu empfehlen, welches für den Kunden nicht optimal ist. Das Entlohnungssystem für den Vertrieb muss daher analysiert und ggf. entsprechend angepasst werden.

Auf die Vertriebsmitarbeiter kommen zusätzliche Beratungspflichten zu. Jeder angebotene Vertrag hat den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden zu entsprechen und eine persönliche Empfehlung an den Kunden ist dahingehend zu erläutern. Bei Anlageprodukten ist zusätzlich sicherzustellen, dass die Kenntnisse und Erfahrungen des Kunden, seine finanzielle Situation, Verlusttragfähigkeit, die Anlageziele und seine Risikobereitschaft berücksichtigt wurden. Um dies sicherzustellen, sind die Beratungsprozesse und -dokumente sowie die Schulungskonzepte zu analysieren und anzupassen. Vorsichtige Entwarnung kann bezüglich des oft befürchteten Provisionsverbots gegeben werden. Eine entsprechende Vorgabe findet sich nicht mehr in der Richtlinie. Die Mitgliedsstaaten sind aber natürlich frei darin, über die Richtlinie hinausgehend trotzdem ein Verbot von Provisionen zu verankern; in Deutschland ist dies allerdings nicht zu erwarten. Es gibt aber Befürchtungen, dass die Vorgaben zu Vergütungsregelungen zu einem Provisionsverbot durch die Hintertür führen könnten.

Anforderungen an Produktinformationsblätter

Dem Kunden ist ein standardisiertes Produktinformationsblatt auszuhändigen, und zwar vor Abschluss des betreffenden Versicherungsvertrags.

Die Vorgaben zu den Produktinformationsblättern aus der IDD-Richtlinie gelten dabei für alle Versicherungsprodukte. Die heute schon bestehenden Produktinformationsblätter müssen überarbeitet werden.

Strukturierte Produktentwicklung und -evaluation wird zur Pflicht

Eine weitere Anforderung an die Versicherer ist die Einrichtung eines internen Produktgenehmigungsverfahrens. Mit diesem Verfahren ist für jedes Versicherungsprodukt ein bestimmter Zielmarkt, die einschlägigen Risiken dieses Zielmarkts und die beabsichtigte Vertriebsstrategie festzulegen. Diese Daten sind regelmäßig zu überprüfen und dem Vertrieb zur Verfügung zu stellen; d. h., die Versicherungsprodukte sind sowohl vor als auch nach ihrer Markteinführung regelmäßig neu zu analysieren und zu bewerten. Die in den meisten Häusern schon bestehenden Prozesse zur Produktentwicklung sind in diesem Zusammenhang zu überprüfen und ggf. umfassend anzupassen.

Weiterbildungspflicht nicht nur für den Außendienst

Mindestens 15 Stunden jährliche Fortbildung wird Pflicht für alle Vertreiber von Versicherungen. Interessanterweise gilt diese Anforderung aber nicht für den Vertrieb selbst, sondern auch für mit Vertriebstätigkeiten beauftragte Mitarbeiter im Innendienst sowie maßgebliche Personen innerhalb der Leitungsstruktur. Während die Anforderung an den Außendienst durch die existierenden Strukturen der Initiative „Gut Beraten“ relativ leicht abzudecken sein sollten und sich im Wesentlichen auf die Dokumentation und Kontrolle beschränken, könnte für den Innendienst Handlungsbedarf zur Entwicklung entsprechender Strukturen und Prozesse bestehen.

Die Zeit wird heute schon knapp – bereiten Sie sich bereits jetzt vor!

Die Umsetzung aller Elemente der Richtlinie stellt eine weitere Herausforderung für die Versicherungsunternehmen hinsichtlich ihrer Prozesse, der Organisation und der IT dar. Einige Versicherungen haben bereits mit der Analyse der Auswirkungen begonnen. Erfahrungen aus der Umsetzung von Regulierungsvorhaben aus der Vergangenheit zeigen, dass der Aufwand anfangs unterschätzt wurde und erst kurz vor den Terminfristen unter großen Anstrengungen die Umsetzung häufig suboptimal und mit erheblichem Nachbesserungsaufwand durchgeführt wurde.

Um diesen Fehler zu vermeiden, sollten die Versicherer schon jetzt die Konsequenzen der IDD auf ihr Geschäft untersuchen. Auch wenn noch nicht alle Regelungen im Detail feststehen: Die Handlungsfelder sind bekannt und können beleuchtet werden. Auch bietet es sich an, den regulatorischen Druck zu nutzen, um auch angrenzende Prozesse, Strukturen und Systeme in die Bestandsaufnahme einzubeziehen und deren Optimierung zu evaluieren. Nicht nur angesichts der drohenden empfindlichen Sanktionen muss es das Ziel sein, im Februar 2018 die Umsetzung abgeschlossen zu haben.

Die ABIT beschäftigt sich intensiv mit der IDD und hat sich intern Expertenwissen hierzu aufgebaut. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Umsetzung regulatorischer Vorgaben im Finanzdienstleistungsbereich unterstützt ABIT bei pragmatischen Implementierungsmöglichkeiten. In Kenntnis der Systemlandschaft von Versicherern, deren fachlichen Prozesse sowie mit umfassender Kompetenz in Projekt- und Prozessmanagement sind wir Ihr starker Partner bei der Umsetzung der IDD.
Mit dem IDD Quick Check bieten wir eine Standortbestimmung Ihres Unternehmens in den verschiedenen Dimensionen des „IDD-Dreiecks“ an. Mit überschaubarem Aufwand wird so transparent, in welchen Bereichen bei Ihnen im Unternehmen konkret Handlungsbedarf besteht. Sie können mit diesem Wissen ihr Umsetzungsprojekt kompetent und zielgerichtet aufsetzen.

Auch bei der Durchführung des Projekts unterstützen Sie die Experten der ABIT selbstverständlich sehr gerne ganz nach Ihrem individuellen Bedarf: als inhaltliche Experten, im Projektmanagement oder beim Software-Test.

Sprechen Sie uns gerne an!

Gerne präsentieren unsere Experten die Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen der Insurance Distribution Directive in einem persönlichen Termin. 

Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter Tel. 02150 9153-699.


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